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Arbeitsschuhe Herren S3: Schutz, Größe und Auswahl

Kurz erklärt: Arbeitsschuhe der Schutzklasse S3 sind Sicherheitsschuhe nach EN ISO 20345 mit Zehenschutzkappe, Durchtrittschutz, profilierter Laufsohle und wasserabweisendem Obermaterial. Damit ist S3 die Standardklasse für Bau, Handwerk und Industrie. Für Herren gibt es S3-Schuhe als Halbschuh, Schnürstiefel und Schaftstiefel, je nach Modell von Größe 35 bis 50.

  • S3 baut auf S2 auf und ergänzt Durchtrittschutz und Profilsohle. Die Zehenschutzkappe hält einen Aufprall von 200 Joule aus.
  • S3, S3L und S3S unterscheiden sich nur im Durchtrittschutz: Metall bei S3, metallfrei bei S3L und S3S.
  • S3 ist wasserabweisend, nicht wasserdicht. Als ganzer Schuh wasserdicht ist erst S7, nach alter Norm S3 WR.
  • „Herren“ beschreibt Leisten und Größen, nicht den Schutz. Herren-, Damen- und Unisex-Modelle werden nach derselben Norm geprüft.
  • Am meisten bringt die richtige Passform: etwa eine Daumenbreite Platz vor den Zehen und die passende Weite.

Wichtig vor dem Kauf: S3 ist die häufigste Schutzklasse, aber nicht für jede Arbeit die richtige. Für Dauernässe brauchst du S7, für die Motorsäge Schnittschutzstiefel und für Arbeiten unter Spannung isolierende Schuhe nach EN 50321-1. Welche Schutzklasse an deinem Arbeitsplatz vorgeschrieben ist, legt die Gefährdungsbeurteilung deines Betriebs fest (in Deutschland nach dem Arbeitsschutzgesetz, in Österreich heißt sie Arbeitsplatzevaluierung).

Was bedeutet S3 bei Arbeitsschuhen?

Das S steht für Sicherheitsschuh, die Zahl für die Ausstattung. Die Norm EN ISO 20345 baut ihre Schutzklassen aufeinander auf: S1 ist die Basis für trockene Bereiche, S2 ergänzt den Schutz gegen Nässe von außen, S3 ergänzt den Schutz von unten. Deshalb ist S3 die Klasse, die auf den meisten Baustellen verlangt wird.

Ein S3-Sicherheitsschuh muss Folgendes mitbringen:

  1. Zehenschutzkappe: Sie hält einem Aufprall von 200 Joule und einem Druck von 15 Kilonewton stand. 200 Joule entsprechen etwa 20 kg, die aus einem Meter Höhe fallen.
  2. Geschlossener Fersenbereich: Der Schuh umschließt den Fuß vollständig.
  3. Antistatische Eigenschaften: Der Schuh leitet elektrostatische Aufladung ab und verhindert Funken im Arbeitsalltag.
  4. Dämpfung im Fersenbereich: Die Sohle nimmt beim Auftreten Energie auf und entlastet Gelenke und Rücken.
  5. Wasserabweisendes Obermaterial: Geprüft wird das Obermaterial über 60 Minuten. Das Kürzel dafür heißt WPA, früher WRU.
  6. Durchtrittschutz: Eine Einlage in der Sohle hält Nägel und andere spitze Gegenstände ab. Sie wird mit einer Kraft von 1.100 Newton geprüft.
  7. Profilierte Laufsohle: Das Profil gibt Halt auf Erde, Schotter und losem Untergrund.

Nicht zum Pflichtumfang von S3 gehören Wasserdichtheit (WR), ESD, Kälte- und Wärmeisolierung (CI, HI), eine hitzebeständige Laufsohle (HRO) und ein Mittelfußschutz (M). Diese Eigenschaften kommen als Zusatz dazu und stehen einzeln auf dem Etikett. Alle Kürzel erklärt unsere Übersicht zur Norm für Sicherheitsschuhe.

Zwei HKS Sicherheitsschuhe der Schutzklasse S3S beim Gehen auf sandigem Baustellenboden
S3 im Einsatz: Durchtrittschutz und Profilsohle sind für lose und unebene Böden gemacht. Im Bild der HKS Pioneer Green in S3S.

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S3, S3L oder S3S: Der Durchtrittschutz macht den Unterschied

Seit der Normfassung von 2022 gibt es S3 in drei Varianten. Zehenschutz, Nässeschutz und Profilsohle sind bei allen gleich. Der Unterschied liegt allein in der Einlage, die den Fuß von unten schützt.

Kennzeichen Durchtrittschutz So wird geprüft Was das für dich heißt
S3 Metall, meist Stahl Prüfnagel mit 4,5 mm Durchmesser, mindestens 1.100 Newton. Sehr durchstichfest, auch bei dünnen Nägeln. Dafür schwerer, weniger flexibel und nicht metallfrei.
S3L Metallfrei, zum Beispiel Textilgewebe Prüfnagel mit 4,5 mm Durchmesser, 1.100 Newton. Leicht und flexibel. Geeignet, wenn eher grobe spitze Gegenstände am Boden liegen.
S3S Metallfrei, zum Beispiel Textilgewebe Dünnerer Prüfnagel mit 3 mm Durchmesser, im Mittel mindestens 1.100 Newton. Leicht und flexibel und zusätzlich gegen dünne Nägel geprüft. Die metallfreie Wahl für die Baustelle.
Drei Einlagen für den Durchtrittschutz von Sicherheitsschuhen auf Betonboden: links eine Stahlplatte, daneben zwei Einlagen aus Textilgewebe für S3S, eine davon grün bedruckt
Durchtrittschutz im Vergleich: links die Einlage aus Stahl, wie sie in S3-Schuhen steckt, daneben zwei metallfreie Einlagen aus Textilgewebe für S3S. Beide sind mit dem dünnen 3-mm-Nagel geprüft, die grün bedruckte hat zusätzlich einen hohen Recyclinganteil.

Merksatz: Dünne Nägel dringen leichter durch Textil als dicke. Wer auf Baustellen mit Nägeln, Schrauben und Bewehrungsdraht arbeitet, nimmt deshalb S3 mit Stahleinlage oder S3S. Für Lager, Logistik und Montage reicht in der Regel S3L.

Ältere Zertifikate: Bei Schuhen nach der Normfassung von 2011 steht nur S3 auf dem Etikett, egal ob die Einlage aus Stahl oder Textil ist. Welche Einlage verbaut ist, steht dann in den Produktdaten. Im Handel findest du derzeit Schuhe beider Fassungen. Wenn du komplett ohne Metall auskommen willst, etwa wegen Metalldetektoren, filtere nach metallfreien S3-Sicherheitsschuhen.

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S3 im Vergleich: S1P, S2, S3 oder S7?

Die Frage ist selten „S3 ja oder nein“, sondern „reicht eine Klasse darunter oder brauche ich eine darüber“. Die Grafik zeigt, was jede Klasse zusätzlich mitbringt.

S1: Grundschutz für trockene Innenbereiche

S1P: mit Durchtrittschutz

S2: mit wasserabweisendem Obermaterial

S3: Durchtrittschutz, wasserabweisend und Profilsohle

S7: wie S3, zusätzlich als ganzer Schuh wasserdicht

1 2 3 4 5

1 Grundschutz mit Zehenschutzkappe, 2 Durchtrittschutz, 3 wasserabweisendes Obermaterial, 4 Profilsohle, 5 wasserdicht als ganzer Schuh. Die Felder zeigen den Pflichtumfang nach EN ISO 20345:2022, keine Messwerte.

Klasse Eigenschaften nach EN ISO 20345:2022 Nässeschutz Typischer Einsatz
S1P
auch S1PL, S1PS
Zehenschutzkappe, geschlossene Ferse, antistatisch, Dämpfung im Fersenbereich, Durchtrittschutz. keiner gefordert Trockene Hallen, Lager, Fertigung, Innenausbau.
S2 Wie S1, zusätzlich wasserabweisendes Obermaterial. Kein Durchtrittschutz. Obermaterial wasserabweisend (WPA) Feuchte Bereiche ohne spitze Gegenstände am Boden.
S3
auch S3L, S3S
Wie S2, zusätzlich Durchtrittschutz und profilierte Laufsohle. Obermaterial wasserabweisend (WPA) Bau, Handwerk, Industrie, wechselnd innen und außen.
S7
auch S7L, S7S
Wie S3, zusätzlich als ganzer Schuh wasserdicht. Wasserdicht (WR) Arbeit im Freien bei Dauernässe, Regen und Schnee.

Alte und neue Norm auf dem Etikett: zwei Beispiele

Im Regal stehen derzeit S3-Schuhe nach zwei Normfassungen nebeneinander. Beide darfst du tragen. Die Kürzel lesen sich aber unterschiedlich:

Etikett Normfassung So liest du es
S3 SRC EN ISO 20345:2011 S3 mit Durchtrittschutz aus Stahl oder Textil. SRC steht für zwei bestandene Prüfungen der Rutschhemmung. Die Laufsohle ist kraftstoffbeständig, das war damals ab S1 Pflicht.
S3S SR FO EN ISO 20345:2022 S3 mit metallfreiem Durchtrittschutz, geprüft mit dem dünnen Nagel. Die Rutschhemmung ist jetzt Grundanforderung, SR steht für eine zusätzlich bestandene Prüfung. FO für die kraftstoffbeständige Sohle ist nur noch Zusatz und steht deshalb eigens dabei.
S3 WR EN ISO 20345:2011 S3 mit wasserdichtem Schuhaufbau, meist dank Membran. In der Fassung von 2022 heißt dieselbe Ausstattung S7.

Fehlt bei einem neuen Schuh das Kürzel SRC, ist das also kein Mangel. Mehr zum Thema Nässe findest du im Beitrag Arbeitsschuhe S3 wasserdicht und atmungsaktiv.

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Arbeitsschuhe für Herren: Was ist bei Größe und Weite anders?

Die Norm kennt keine Herren- und Damenschuhe. Geprüft wird der Schuh, nicht der Träger. „Herren“ beschreibt den Leisten, also die Form, über die der Schuh gebaut wird, und den Größenlauf. Herrenleisten sind im Vorfuß und an der Ferse breiter und haben mehr Volumen am Rist. Damenleisten sind schmaler geschnitten, vor allem an der Ferse.

Die meisten S3-Modelle bei uns sind Unisex-Modelle auf einem Leisten, der Herren gut passt, und beginnen bei Größe 35 oder 36. Wer als Mann einen schmalen Fuß hat, kann also genauso zu einem Unisex-Modell greifen wie eine Frau mit breiterem Fuß. Eigene Damenmodelle in S3 sind sinnvoll, wenn die Ferse im Unisex-Schuh rutscht.

Dein Fuß Worauf du achten solltest Passend im Shop
Normal breit Weite 11 ist bei den meisten Herstellern der Standard für Herren. Damit kommst du bei fast allen Modellen zurecht. S3 für Herren
Breiter Vorfuß oder hoher Rist Weite 12 oder ein breiter Leisten, bei Sievi am Zusatz XL im Modellnamen erkennbar. Ein Drehverschluss oder eine lange Schnürung lässt sich am Rist feiner einstellen. S3 in breiter Passform
Schmaler Fuß Weite 10 oder 10,5 und ein Verschluss, der den Mittelfuß gut fasst. Zu weite Schuhe scheuern und ermüden. S3 mit BOA-Verschluss
Große Größen ab 48 Nicht jedes Modell läuft bis Größe 50. Filtere zuerst nach der Größe und wähle dann das Modell. Größe 49 und Größe 50
Orthopädische Einlagen Nur Einlagen verwenden, die zusammen mit genau diesem Schuhmodell geprüft sind. Sonst verliert der Schuh seine Zulassung. Schuhe mit orthopädischer Zulassung

So findest du die richtige Größe

  1. Am Nachmittag messen: Füße werden im Lauf des Tages länger und breiter. Miss beide Füße im Stehen und mit den Socken, die du bei der Arbeit trägst. Es zählt der längere Fuß.
  2. Zugabe einrechnen: Zur Fußlänge kommen etwa 1 cm bis 1,5 cm dazu. Das ist rund eine Daumenbreite. Die passende Größe liest du in der Größentabelle ab.
  3. Zehen und Kappe prüfen: Die Zehen dürfen die Zehenschutzkappe nicht berühren, auch nicht beim Bergabgehen oder in der Hocke.
  4. Ferse prüfen: Die Ferse sitzt fest und rutscht beim Gehen nicht. Spiel gehört nach vorne, nicht nach hinten.
  5. Größenhinweis lesen: Auf jeder Produktseite steht, ob das Modell eher größer oder kleiner ausfällt.
Brauner Sicherheitsstiefel in der Werkstatt neben einer Tafel mit Passform-Grafik: 1,5 cm Platz vor den Zehen, fester Sitz an der Fußmitte, Schnürung fest, aber nicht eng
So sitzt ein Sicherheitsschuh richtig: rund 1,5 cm Platz vor den Zehen, fester Halt an Ferse und Fußmitte und eine Schnürung, die fest sitzt, aber nicht drückt.

Aus unserer Beratung: Sicherheitsschuhe fallen je nach Hersteller unterschiedlich aus. Wenn du zwischen zwei Größen schwankst, empfehlen wir bei HKS und Sixton die größere, bei den meisten Sievi-Modellen die kleinere. Und noch etwas ist anders als beim Straßenschuh: Die Zehenschutzkappe gibt nicht nach. Ein Schuh, der beim ersten Anprobieren vorne drückt, drückt auch nach einem halben Jahr. Wenn du unsicher bist, melde dich bei uns, wir helfen dir bei der Auswahl.

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Halbschuh, Schnürstiefel oder Schaftstiefel?

Die Schafthöhe ändert nichts an der Schutzklasse. Sie entscheidet darüber, wie viel Halt der Knöchel bekommt, wie beweglich du bist und wie viel Schmutz und Nässe von oben in den Schuh kommen.

Bauart Stärken Grenzen Typischer Einsatz
Halbschuh (Low) Leicht, beweglich und luftig. Schnell an- und ausgezogen. Kein Halt und kein Schutz am Knöchel. Sand und Nässe kommen leichter hinein. Montage, Logistik, Werkstatt, Innenausbau, Fahrer.
Schnürstiefel (Mid) Stützt den Knöchel auf unebenem Boden und schützt ihn vor Stößen. Etwas wärmer und schwerer als ein Halbschuh. Bau, Handwerk, Metallbau, Garten- und Landschaftsbau.
Schaftstiefel (High) Schützt bis zur Wade vor Nässe, Schmutz und Kälte. Oft mit Winterfutter. Warm und weniger beweglich. Im Sommer schnell zu viel. Tiefbau, Winterdienst, Schwerindustrie, Arbeit im Schnee.

Eine Sonderform sind sportliche Sneaker in S3. Sie sind besonders leicht und sehen kaum nach Sicherheitsschuh aus, schützen aber nach derselben Norm. Alle Stiefelformen findest du gesammelt unter Sicherheitsstiefel.

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Material und Ausstattung: Was steckt in einem S3-Schuh?

Zwei S3-Schuhe können sich im Alltag sehr unterschiedlich anfühlen. Das liegt an den Bauteilen, bei denen die Norm dem Hersteller die Wahl lässt.

Bauteil Varianten Was das für dich heißt
Zehenschutzkappe Stahl, Aluminium, Kunststoff, Glasfaser oder Carbon Alle halten 200 Joule aus. Stahl ist bewährt und baut flach. Aluminium ist leichter. Kunststoff, Glasfaser und Carbon sind metallfrei und leiten weder Kälte noch Wärme. Mehr dazu im Beitrag über Zehenschutzkappen.
Durchtrittschutz Stahl oder Textilgewebe Stahl ist sehr durchstichfest, Textil ist leichter und macht die Sohle flexibler. Siehe Abschnitt zu S3, S3L und S3S.
Obermaterial Glattleder, Nubukleder, Mikrofaser oder Textil Leder ist robust, lässt sich pflegen und verträgt Funken und Schmutz. Mikrofaser und Textil sind leichter und luftiger und passen für Halle, Montage und Sommer.
Laufsohle PU, TPU oder Gummi PU ist leicht und dämpft gut. TPU ist abriebfester. Gummi greift auch auf nassem und kaltem Boden und ist oft hitzebeständig bis 300 °C Kontaktwärme (HRO), dafür schwerer.
Verschluss Schnürung, Drehverschluss, Schnellverschluss oder Reißverschluss Die Schnürung ist am vielseitigsten. Ein BOA-Drehverschluss sitzt gleichmäßig und lässt sich mit einer Hand und mit Handschuhen bedienen.
Futter Textil, Leder, Membran oder Winterfutter Textilfutter trocknet schnell. Eine Membran macht aus S3 einen wasserdichten Sicherheitsschuh. Winterfutter hält warm, ist im Sommer aber zu viel.
Zusatzausstattung ESD, Mittelfußschutz (M), Überkappe (SC), Kälteisolierung (CI) Nur wählen, was der Arbeitsplatz verlangt. ESD ist bei vielen Markenmodellen ohnehin Serie.

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Für welche Arbeiten ist S3 die richtige Wahl und für welche nicht?

S3 passt überall dort, wo zwei Gefahren zusammenkommen: Es kann etwas auf den Fuß fallen, und es kann etwas Spitzes am Boden liegen. Dazu kommt wechselnder, auch feuchter Untergrund.

Einsatz Warum S3? Passender Schuhtyp
Hochbau, Tiefbau, Rohbau Nägel, Schrauben und Bewehrungsdraht am Boden, dazu Schutt und Erde. Schnürstiefel in S3 oder S3S. S3 für das Bauwesen
Handwerk und Montage Jeden Tag eine andere Baustelle, wechselnd drinnen und draußen. Leichter Halbschuh oder Schnürstiefel in S3S. S3 für das Handwerk
Metallbau und Schwerindustrie Schwere Teile, scharfe Späne und heiße Oberflächen. Lederschuh mit HRO-Sohle, bei Bedarf mit Mittelfußschutz. S3 für den Metallbau
Logistik und Lager mit Außenbereich Paletten, Rampen und Hofflächen bei jedem Wetter. Leichter Halbschuh in S3L oder S3S. S3 für die Logistik
Garten- und Landschaftsbau, Bauhof Erde, Schotter und feuchtes Gras. Schnürstiefel in S3, bei Dauernässe S7. S3 für den Landschaftsbau
Arbeit im Winter Kälte von unten, Schneematsch und glatte Flächen. S3 mit Winterfutter und Kälteisolierung (CI).
Drei schwarze S3-Sicherheitsschuhe auf dem Betonboden einer Werkstatt: ein HKS Explorer Halbschuh und ein HKS Stiefel mit BOA-Verschluss, daneben der Schaftstiefel Sixton Empire H-Dry aus Leder
Bau, Handwerk und Metallbau: Hier wird S3 am häufigsten verlangt. Im Bild zwei HKS-Modelle in S3S mit BOA-Verschluss, links der HKS Explorer Black BOA. Rechts der Sixton Empire H-Dry, ein Schaftstiefel aus Vollleder in S3 WR mit Vibram-Sohle.

Wann S3 nicht reicht oder zu viel ist

  • Dauernässe: Bei stundenlangem Regen, nassem Gras und Schneematsch brauchst du einen wasserdichten Schuh in S7 oder S3 WR.
  • Stehendes Wasser und Frischbeton: Hier sind Sicherheitsgummistiefel der Klassen S4 und S5 die richtige Wahl.
  • Trockene, warme Hallen: Ohne Nässe ist ein S1P-Schuh leichter und luftiger und schützt von unten genauso.
  • Schweißen und Gießen: Für Funkenflug und flüssiges Metall gibt es eigene Gießer- und Schweißerstiefel.
  • Arbeit mit der Motorsäge: Vorgeschrieben sind Schnittschutzstiefel. S3 allein schützt nicht vor der Kette.
  • Arbeiten unter Spannung: Dafür sind isolierende Schuhe nach EN 50321-1 vorgesehen. S3-Schuhe sind antistatisch und leiten ab.

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Vorteile und Nachteile auf einen Blick

Das spricht für S3 Das spricht dagegen
Rundumschutz: Zehen, Fußsohle und Nässe von außen sind abgedeckt. Wärmer und weniger luftig als ein S1P-Schuh mit offenem Textil.
Ein Schuh für drinnen und draußen und für fast jede Baustelle. Nicht wasserdicht. Bei Dauernässe dringt Wasser über Nähte und Zunge ein.
Die Profilsohle gibt Halt auf Erde, Schotter und losem Untergrund. Das Profil trägt mehr Schmutz in Innenräume als eine flache Sohle.
Große Auswahl an Bauarten, Weiten und Verschlüssen. In der Regel etwas schwerer und teurer als S1 oder S1P.
Erfüllt die Vorgabe der meisten Baustellenordnungen. Mit Stahleinlage weniger flexibel. Abhilfe schaffen S3L und S3S.

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Die richtigen S3-Arbeitsschuhe auswählen: Checkliste

  1. Vorgabe klären: Frag deine Sicherheitsfachkraft oder den Bauleiter, welche Schutzklasse und welche Zusätze verlangt sind. Auf vielen Baustellen steht das in der Baustellenordnung.
  2. Durchtrittschutz wählen: S3 mit Stahleinlage oder S3S für die Baustelle, S3L für Lager, Logistik und Montage.
  3. Nässe einschätzen: Ein Schauer und feuchter Boden sind für S3 kein Problem. Stehst du ganze Schichten im Nassen, nimm einen Schuh mit Membran.
  4. Bauart wählen: Halbschuh für ebene Böden und viel Bewegung, Schnürstiefel für unebenes Gelände, Schaftstiefel für Nässe und Kälte von oben.
  5. Größe und Weite bestimmen: Fuß messen, Zugabe einrechnen und die Größentabelle nutzen. Bei breiten Füßen gleich nach Weite 12 oder XL-Leisten filtern.
  6. Gewicht und Dämpfung: Wer viel geht und steht, merkt jedes Gramm. Es lohnen sich leichte Sicherheitsschuhe und Modelle mit guter Dämpfung.
  7. Zusätze prüfen: ESD für Elektronikbereiche, HRO für heiße Böden, CI für Kälte, M für schwere Lasten über dem Mittelfuß.
  8. Einlagen und Socken: Für orthopädische Einlagen ein zertifiziertes Modell wählen. Funktionssocken halten den Fuß trockener als Baumwolle.

Aus unserer Beratung: Der häufigste Fehlkauf ist nicht die falsche Schutzklasse, sondern die falsche Passform. Ein S3-Schuh, der drückt oder schlappt, bleibt im Spind stehen, und dann schützt er niemanden. Unser Rat: Kläre zuerst, was dein Arbeitsplatz verlangt, und entscheide danach nur noch nach Passform und Gewicht. Bei HKS, Sievi und Sixton sind ESD und die Zulassung für orthopädische Einlagen bei den meisten Modellen bereits enthalten. Du musst dich also nicht zwischen Schutz und Komfort entscheiden.

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S3-Arbeitsschuhe für Herren bei Kreischer Online: Modelle im Überblick

Unsere S3-Modelle kommen vor allem von HKS aus Deutschland, Sievi aus Finnland und Sixton Peak aus Italien. Zur Orientierung drei typische Bauarten:

HKS BFS 40 BOA S3 Sicherheitshalbschuh mit BOA-Verschluss

Halbschuh (Low)

Leicht und beweglich für Logistik, Montage, Werkstatt und Handwerk.

  • HKS BFS 40 BOA, Schutzklasse S3
  • Carbonkappe und textiler Durchtrittschutz
  • BOA-Drehverschluss
  • ESD-fähig, Größen 36 bis 49

S3-Halbschuhe ansehen

Sixton Gardena S3S Sicherheitsschnürstiefel aus Nubukleder

Schnürstiefel (Mid)

Mehr Halt am Knöchel für Bau, Handwerk und Metallbau.

  • Sixton Gardena, Schutzklasse S3S
  • Nubukleder, Kappe aus Glasfaserverbund
  • Textiler Durchtrittschutz, mit dünnem Nagel geprüft
  • ESD-fähig, Größen 36 bis 48

S3-Schnürstiefel ansehen

Sievi MGuard RollerW+ XL S3 Sicherheitsschaftstiefel mit BOA-Verschluss und Mittelfußschutz

Schaftstiefel (High)

Hoher Schaft und Winterfutter für Schwerindustrie, Bau und Metallbau.

  • Sievi MGuard RollerW+ XL, Schutzklasse S3
  • Mittelfußschutz (M) und Aluminiumkappe
  • BOA-Drehverschluss, breiter Leisten
  • Kälteisolierend (CI), Sohle hitzebeständig (HRO)

S3-Schaftstiefel ansehen

Modell Schutzklasse Bauart Gedacht für
HKS BFS 40 BOA S3, ESD Halbschuh mit BOA, Carbonkappe, textiler Durchtrittschutz Logistik, Industrie, Handwerk
HKS Explorer Black BOA S3S, ESD Halbschuh mit BOA, Stahlkappe, textiler Durchtrittschutz Handwerk, Bau, Landschaftsbau
Sievi Viper 3 Roller S3, ESD Halbschuh aus Leder mit BOA, Aluminiumkappe, Durchtrittschutz aus Stahl Innen- und Außenbereich
Sixton Neon BOA S3S, ESD Halbschuh mit BOA, Carbonkappe, textiler Durchtrittschutz Handwerk, Montage, Logistik
Sievi Racer EcoTech S3L, ESD Halbschuh mit Schnellverschluss, Aluminiumkappe, textiler Durchtrittschutz Logistik, Montage, Industrie
HKS Active 500 S3, ESD Schnürstiefel aus Rindleder, Stahlkappe, Durchtrittschutz aus Stahl Innen- und Außenbereich
HKS Pioneer Green S3S, ESD Schnürstiefel aus Mikrofaser, Stahlkappe, textiler Durchtrittschutz Bau, Handwerk, Landschaftsbau
Sixton Gardena S3S, ESD Schnürstiefel aus Nubukleder, Kappe aus Glasfaserverbund Bau, Handwerk, Metallbau
Sixton Stelvio S3 Schnürstiefel aus Nubukleder mit Vibram-Sohle, hitzebeständig (HRO) Handwerk, Metallbau, Bau
Sievi MGuard RollerH+ XL S3, ESD Stiefel mit BOA und Mittelfußschutz (M), breiter Leisten Schwerindustrie, Metallbau, Bau
Sievi MGuard RollerW+ XL S3, ESD, CI Schaftstiefel mit BOA, Mittelfußschutz (M) und Winterfutter Schwerindustrie, Bau, Winter
Sixton Lavaredo H-Dry S3 WR, CI Winterstiefel mit H-Dry Membran und PrimaLoft-Futter Kälte, Schnee, alpines Gelände

Preise, Größen und Verfügbarkeit stehen auf der jeweiligen Produktseite. Alle Modelle im Überblick: S3-Sicherheitsschuhe bei Kreischer Online. Du bist unsicher, welcher Schuh zu deinem Arbeitsplatz passt? Schreib uns, wir beraten dich gern.

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Pflege und Haltbarkeit: Wann musst du S3-Schuhe ersetzen?

Ein Sicherheitsschuh hat kein Ablaufdatum, das für alle gilt. Wie lange er hält, hängt vom Einsatz ab. Mit etwas Pflege schützt er länger und bleibt bequemer.

  • Groben Schmutz nach der Arbeit abbürsten. Mit einem feuchten Tuch und mildem Reinigungsmittel säubern.
  • Bei Raumtemperatur trocknen lassen, nicht auf der Heizung und nicht im Trockner. Die Einlegesohle dazu herausnehmen.
  • Leder regelmäßig mit einem Pflegemittel behandeln und das Obermaterial neu imprägnieren. So bleibt es wasserabweisend.
  • Profil, Nähte und Kappenbereich regelmäßig ansehen.

Wann ein S3-Schuh ersetzt werden muss

  • Nach einem schweren Schlag auf die Zehenschutzkappe, auch wenn von außen nichts zu sehen ist.
  • Wenn ein Gegenstand die Sohle durchstochen hat.
  • Wenn das Profil abgelaufen ist oder sich die Sohle löst.
  • Wenn Obermaterial oder Nähte gerissen sind oder die Kappe sichtbar wird.

Als grobe Orientierung hält ein Paar bei täglichem Tragen ein bis zwei Jahre, bei harter Beanspruchung auf der Baustelle auch kürzer. Maßgeblich sind der Zustand des Schuhs und die Angaben des Herstellers in der Gebrauchsanleitung.

Praxis-Tipp von Kreischer Online: Wer seine Sicherheitsschuhe jeden Tag trägt, fährt mit zwei Paar im Wechsel am besten. Ein Schuh braucht nach einem Arbeitstag rund einen Tag, bis er innen wieder trocken ist. Trockene Schuhe halten länger, riechen weniger und sind angenehmer am Fuß. Zwei Paar im Wechsel halten deshalb in der Regel länger als zwei Paar nacheinander.

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Fünf häufige Irrtümer über S3-Arbeitsschuhe

  1. „S3 ist wasserdicht.“ Falsch. Bei S3 ist nur das Obermaterial wasserabweisend. Als ganzer Schuh wasserdicht sind S7 und S3 WR.
  2. „S3 hat immer Stahlkappe und Stahlsohle.“ Falsch. Die Kappe darf auch aus Aluminium, Kunststoff, Glasfaser oder Carbon sein, der Durchtrittschutz aus Textil. Entscheidend ist die bestandene Prüfung.
  3. „Herrenschuhe schützen besser als Damenschuhe.“ Falsch. Die Norm unterscheidet nicht nach Geschlecht. Der Unterschied liegt nur in Leisten und Größenlauf.
  4. „Ohne SRC rutscht der Schuh.“ Falsch. In der Normfassung von 2022 gibt es SRC nicht mehr. Die Rutschhemmung ist dort Grundanforderung für jeden Schuh.
  5. „S3-Schuhe sind schwer und klobig.“ Falsch. Mit Kappe aus Carbon oder Aluminium und textilem Durchtrittschutz gibt es S3 heute als leichten Halbschuh im Sneaker-Stil.

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Häufige Fragen zu S3-Arbeitsschuhen für Herren

Was bedeutet S3 bei Arbeitsschuhen?

S3 ist eine Schutzklasse der Norm EN ISO 20345. Ein S3-Sicherheitsschuh hat eine Zehenschutzkappe für 200 Joule, eine geschlossene Ferse, antistatische Eigenschaften, eine Dämpfung im Fersenbereich, ein wasserabweisendes Obermaterial, einen Durchtrittschutz und eine profilierte Laufsohle.

Was ist der Unterschied zwischen S3, S3L und S3S?

Der Unterschied liegt nur im Durchtrittschutz. S3 hat eine Einlage aus Metall. S3L und S3S haben eine metallfreie Einlage. S3L wird mit einem 4,5 mm dicken Nagel geprüft, S3S mit einem dünneren 3-mm-Nagel und ist damit die strengere Prüfung. Die drei Kennzeichen gibt es seit der Normfassung von 2022.

Sind S3-Arbeitsschuhe wasserdicht?

Nein. S3 verlangt nur ein wasserabweisendes Obermaterial. Das reicht für einen Schauer und feuchten Boden. Als ganzer Schuh wasserdicht sind Modelle mit Membran in der Schutzklasse S7, nach der älteren Normfassung S3 WR.

Was ist der Unterschied zwischen S1P und S3?

Beide haben Zehenschutzkappe und Durchtrittschutz. S3 hat zusätzlich ein wasserabweisendes Obermaterial und eine profilierte Laufsohle. S1P ist für trockene Innenbereiche gedacht, S3 für wechselnde Bedingungen drinnen und draußen.

Gibt es einen Unterschied zwischen Herren- und Damen-Sicherheitsschuhen?

Beim Schutz nicht, beide werden nach derselben Norm geprüft. Der Unterschied liegt in der Passform. Herrenleisten sind an Vorfuß und Ferse breiter und haben mehr Volumen am Rist. Viele Modelle sind Unisex und passen beiden.

Welche Größe sollte ich bei S3-Sicherheitsschuhen nehmen?

Miss deine Fußlänge am Nachmittag und rechne 1 cm bis 1,5 cm dazu. Die Zehen dürfen die Zehenschutzkappe nicht berühren, die Ferse soll fest sitzen. Beachte den Größenhinweis auf der Produktseite, denn die Hersteller fallen unterschiedlich aus.

Wann sind S3-Sicherheitsschuhe Vorschrift?

Wenn die Gefährdungsbeurteilung des Betriebs sie verlangt. Das ist typischerweise der Fall, wenn Gegenstände auf den Fuß fallen können und zugleich spitze Gegenstände am Boden liegen, etwa auf Baustellen. In Österreich heißt die Gefährdungsbeurteilung Arbeitsplatzevaluierung.

Wer bezahlt die Sicherheitsschuhe?

Sind Sicherheitsschuhe für die Arbeit vorgeschrieben, stellt sie der Arbeitgeber zur Verfügung und trägt die Kosten. Das gilt in Österreich und in Deutschland. Die Rechtsgrundlagen findest du in unserer Übersicht zur Norm für Sicherheitsschuhe.

Wie oft sollte man S3-Sicherheitsschuhe wechseln?

Eine feste Frist gibt es nicht. Ersetzt wird, sobald der Schutz nicht mehr sicher gegeben ist: nach einem schweren Schlag auf die Kappe, bei durchstochener Sohle, abgelaufenem Profil oder gerissenem Obermaterial. Bei täglichem Tragen sind ein bis zwei Jahre eine übliche Größenordnung.

Darf ich eigene Einlagen in S3-Schuhen tragen?

Nur, wenn die Einlage zusammen mit genau diesem Schuhmodell geprüft wurde. Andere Einlagen können den Abstand zur Zehenschutzkappe und die antistatischen Eigenschaften verändern, und der Schuh verliert seine Zulassung. In Deutschland regelt das die DGUV Regel 112-191, in Österreich die ÖNORM Z 1259.

Darf ich S3-Schuhe nach der alten Norm noch tragen?

Ja. Schuhe mit einem gültigen Zertifikat nach EN ISO 20345:2011 darfst du weiter kaufen und tragen. Sie schützen nicht schlechter als zuvor. Du erkennst sie an Kürzeln wie SRC und WRU.

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Fazit

Arbeitsschuhe der Schutzklasse S3 schützen Zehen und Fußsohle und halten Nässe von außen ab. Damit sind sie die richtige Wahl für Bau, Handwerk und Industrie und für alle, die zwischen drinnen und draußen wechseln. Achte beim Kauf auf drei Dinge: den passenden Durchtrittschutz (S3, S3L oder S3S), die richtige Bauart und vor allem die Passform in Länge und Weite. Wasserdicht ist S3 nicht. Wer dauerhaft im Nassen arbeitet, greift zu S7.

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Quellen und Normen

Autor: Thomas Kreischer, Kreischer Online. Jahrelange Erfahrung mit Arbeitsschutz und Sicherheitsschuhen.
Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026

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