Norm Sicherheitsschuhe: EN ISO 20345 & S1–S7 erklärt
Die Norm für Sicherheitsschuhe heißt EN ISO 20345. Sie legt fest, was ein Sicherheitsschuh aushalten muss: allen voran eine Zehenschutzkappe, die einem Aufprall von 200 Joule und einem Druck von 15 Kilonewton standhält. Je nach zusätzlichem Schutz teilt die Norm Schuhe in die Schutzklassen SB und S1 bis S7 ein.
Aktuell gilt die Ausgabe EN ISO 20345:2022. Sie hat die Klassen S6 und S7, die Kürzel PL und PS für den Durchtrittschutz und neue Regeln zur Rutschhemmung gebracht. Hier findest du alle Klassen und Kürzel im Überblick und eine Hilfe, welche Klasse zu deinem Arbeitsplatz passt.
Das Wichtigste in Kürze
- S1 ist für trockene Innenbereiche gedacht. S2 hat zusätzlich ein wasserabweisendes Obermaterial. S3 hat zusätzlich Durchtrittschutz und Profilsohle.
- S6 und S7 sind seit 2022 neu: S6 entspricht S2, S7 entspricht S3, jeweils mit vollständig wasserdichtem Schuh.
- Den Durchtrittschutz gibt es in drei Varianten: P (Metall), PL und PS (metallfrei). PS ist auch gegen dünne Nägel geprüft.
- SRA, SRB und SRC gibt es nicht mehr. Rutschhemmung ist jetzt Grundanforderung, SR steht für eine Zusatzprüfung.
- Schuhe nach der Ausgabe 2011 darfst du weiter tragen. Welche Klasse du brauchst, legt die Gefährdungsbeurteilung deines Arbeitgebers fest (in Österreich: Arbeitsplatzevaluierung).
Was regelt die EN ISO 20345?
Die EN ISO 20345 ist die europaweit einheitliche Norm für Sicherheitsschuhe im gewerblichen Einsatz. In Österreich erscheint sie als ÖNORM EN ISO 20345, in Deutschland als DIN EN ISO 20345. Der Inhalt ist identisch. Sicherheitsschuhe werden nach dieser Norm geprüft, von einer unabhängigen Prüfstelle zertifiziert und tragen das CE-Zeichen.
Jeder Sicherheitsschuh muss die Grundanforderungen erfüllen. Ein Schuh, der nur diese erfüllt, trägt die Kennzeichnung SB:
- Zehenschutzkappe: Sie hält einem Aufprall von 200 Joule stand. Das entspricht etwa 20 kg, die aus einem Meter Höhe fallen. Dazu kommt ein Druck von 15 kN, also rund 1,5 Tonnen. Die Kappe besteht aus Stahl, Aluminium, Kunststoff oder Faserverbund.
- Rutschhemmende Laufsohle: Seit der Ausgabe 2022 wird jeder Schuh auf Keramikfliesen mit Seifenlösung geprüft.
- Belastbares Obermaterial und Futter: Beide müssen reißfest, abriebfest und wasserdampfdurchlässig sein.
Hat die Zehenschutzkappe einen schweren Schlag abbekommen, solltest du den Schuh ersetzen. Die Kappe kann beschädigt sein, auch wenn außen nichts zu sehen ist.
Sicherheitsschuh, Schutzschuh oder Berufsschuh?
Für Arbeitsschuhe gibt es drei verwandte Normen. Sie unterscheiden sich vor allem beim Zehenschutz:
↔ Tabelle seitlich wischen
| Schuhart | Norm | Kennbuchstabe | Zehenschutz |
|---|---|---|---|
| Sicherheitsschuhe | EN ISO 20345 | S, zum Beispiel S1 oder S3 | Kappe für 200 Joule |
| Schutzschuhe | EN ISO 20346 | P, zum Beispiel P1 oder P3 | Kappe für 100 Joule |
| Berufsschuhe | EN ISO 20347 | O, zum Beispiel O1 oder O2 | keine Kappe vorgeschrieben |
Für besondere Gefahren gelten eigene Normen, zum Beispiel die EN ISO 17249 für Schnittschutzstiefel bei der Arbeit mit der Kettensäge und die EN ISO 20349 für Gießer- und Schweißerstiefel.
Schutzklassen SB bis S7 im Überblick
Die Schutzklassen bauen aufeinander auf. S2 ist ein S1-Schuh mit wasserabweisendem Obermaterial. S3 ist ein S2-Schuh mit Durchtrittschutz und Profilsohle. S6 und S7 sind die wasserdichten Varianten von S2 und S3. S4 und S5 sind Stiefel, die vollständig aus Gummi oder Kunststoff bestehen.
Schutzklassen nach EN ISO 20345:2022. Jede Klasse erfüllt zusätzlich die Grundanforderungen.
↔ Tabelle seitlich wischen
| Klasse | Zehenschutzkappe 200 J | Ferse geschlossen, antistatisch, gedämpft | Nässeschutz | Durchtrittschutz | Profilsohle | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|---|---|
| SB | ja | nein | keiner | nein | nein | Grundschutz, zum Beispiel Clogs mit offener Ferse |
| S1 | ja | ja | keiner | nein | nein | Trockene Innenbereiche: Lager, Montage, Produktion |
| S1P · S1PL · S1PS | ja | ja | keiner | ja | nein | Trockene Bereiche mit spitzen Gegenständen: Werkstatt, Tischlerei, Trockenbau |
| S2 | ja | ja | Obermaterial wasserabweisend (WPA) | nein | nein | Feuchte Bereiche ohne Nagelgefahr: Lebensmittelbetrieb, Reinigung, Logistik |
| S3 · S3L · S3S | ja | ja | Obermaterial wasserabweisend (WPA) | ja | ja | Baustelle, Handwerk im Freien, Garten- und Landschaftsbau |
| S4 | ja | ja | wasserdicht, Stiefel aus Gummi oder Kunststoff | nein | nein | Nassbereiche ohne Nagelgefahr: Lebensmittelindustrie, Reinigung, Chemie |
| S5 · S5L · S5S | ja | ja | wasserdicht, Stiefel aus Gummi oder Kunststoff | ja | ja | Tiefbau, Betonarbeiten, Landwirtschaft, Kanalbau |
| S6 | ja | ja | ganzer Schuh wasserdicht (WR) | nein | nein | Dauerhaft nasse Bereiche ohne Nagelgefahr |
| S7 · S7L · S7S | ja | ja | ganzer Schuh wasserdicht (WR) | ja | ja | Nasse Baustellen, Tiefbau, Forst, Winterdienst |
Die Buchstaben L und S hinter S3, S5 und S7 geben die Art des Durchtrittschutzes an. Mehr dazu im Abschnitt Durchtrittschutz.
Was ist neu in der EN ISO 20345:2022?
Die Ausgabe 2022 ersetzt die Ausgabe 2011. Die Prüfungen sind näher an der Praxis, und einige vertraute Kürzel sind verschwunden. Das sind die wichtigsten Änderungen:
↔ Tabelle seitlich wischen
| Thema | Bis Ausgabe 2011 | Seit Ausgabe 2022 |
|---|---|---|
| Rutschhemmung | SRA, SRB oder SRC, je nach bestandener Prüfung | Die Prüfung auf Keramikfliese mit Seifenlösung ist Pflicht für jeden Schuh und hat kein eigenes Kürzel mehr. SR steht für eine zusätzlich bestandene Prüfung auf Fliese mit Glycerin. |
| Durchtrittschutz | Nur das Kürzel P, geprüft mit einem 4,5-mm-Nagel | P für Metalleinlagen, PL und PS für metallfreie Einlagen. PS wird mit einem dünneren 3-mm-Nagel geprüft. |
| Wasserdichte Schuhe | S2 WR und S3 WR | Eigene Klassen S6 und S7 |
| Wasserabweisendes Obermaterial | WRU | WPA |
| Kraftstoffbeständige Sohle | Pflicht ab S1 | Nur noch Zusatzanforderung mit dem Kürzel FO |
| Neue Kürzel | nicht vorhanden | SC für eine abriebfeste Überkappe, LG für sicheren Halt auf Leitersprossen |
Gelten Schuhe nach der alten Norm noch?
Ja. Seit November 2024 werden neue Zertifikate nur noch nach der Ausgabe 2022 ausgestellt. Zertifikate nach EN ISO 20345:2011 bleiben aber bis zu ihrem Ablauf gültig, höchstens fünf Jahre ab Ausstellung. Deshalb findest du im Handel noch einige Zeit beide Kennzeichnungen nebeneinander.
Ein S3-Schuh mit SRC nach alter Norm schützt nicht schlechter als zuvor, und du darfst ihn weiter tragen. In unserem Sortiment kannst du gezielt nach Modellen der Ausgabe 2022 oder der Ausgabe 2011 filtern.
Durchtrittschutz: P, PL oder PS?
Der Durchtrittschutz ist eine Einlage in der Sohle. Sie verhindert, dass sich ein Nagel oder ein anderer spitzer Gegenstand von unten in den Fuß bohrt. Dünne Nägel dringen leichter durch textile Einlagen als dicke. Deshalb unterscheidet die Norm seit 2022 drei Varianten:
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| Kürzel | Einlage | Prüfung | Eigenschaften | Schreibweise in der Klasse |
|---|---|---|---|---|
| P | Metall, meist Stahl | Nagel mit 4,5 mm Durchmesser, 1.100 Newton | Sehr durchstichfest, dafür schwerer und weniger flexibel | S1P, S3, S5, S7 |
| PL | metallfrei, zum Beispiel Textilgewebe | Nagel mit 4,5 mm Durchmesser, 1.100 Newton | Leicht und flexibel, geeignet bei gröberen spitzen Gegenständen | S1PL, S3L, S5L, S7L |
| PS | metallfrei, zum Beispiel Textilgewebe | Nagel mit 3,0 mm Durchmesser, im Mittel mindestens 1.100 Newton | Leicht und flexibel, auch gegen dünne Nägel geprüft. Die sichere Wahl für Baustellen. | S1PS, S3S, S5S, S7S |
Wenn du in Bereichen mit Metalldetektoren arbeitest oder Wert auf geringes Gewicht legst, sind metallfreie Sicherheitsschuhe mit PL- oder PS-Einlage die passende Wahl.
Zusatzkennzeichnungen und ihre Bedeutung
Neben der Schutzklasse stehen auf vielen Schuhen weitere Kürzel. Jedes steht für eine zusätzlich bestandene Prüfung.
↔ Tabelle seitlich wischen
| Kürzel | Bedeutung | Wichtig für |
|---|---|---|
| A | Antistatisch: Der Schuh leitet elektrostatische Aufladung ab (Widerstand 100 kΩ bis 1.000 MΩ). | Ab S1 immer enthalten |
| E | Energieaufnahme im Fersenbereich: Die Sohle dämpft Stöße beim Auftreten. | Ab S1 immer enthalten |
| WPA | Das Obermaterial ist gegen Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme geprüft. Früher: WRU. | In S2 und S3 enthalten |
| WR | Der ganze Schuh ist wasserdicht, meist durch eine Membran. | In S6 und S7 enthalten |
| SR | Rutschhemmung zusätzlich auf Fliese mit Glycerin geprüft. | Ölige und schmierige Böden |
| FO | Laufsohle beständig gegen Kraftstoff und Öl. | Kfz-Werkstatt, Tankstelle, Baumaschinen |
| HRO | Laufsohle beständig gegen Kontaktwärme bis 300 °C. | Asphalt, Schweißen, Gießerei |
| HI | Wärmeisolierung des Sohlenaufbaus. | Heiße Böden |
| CI | Kälteisolierung des Sohlenaufbaus. | Winter, Kühlhaus |
| M | Mittelfußschutz gegen herabfallende Gegenstände. | Schwerindustrie, Metallbau |
| AN | Knöchelschutz. | Unebenes Gelände, Anstoßgefahr |
| CR | Schnittfestes Obermaterial. Ersetzt keinen Schnittschutz für Kettensägen. | Scharfkantiges Material |
| SC | Abriebfeste Überkappe an der Schuhspitze. Neu seit 2022. | Arbeiten im Knien, etwa Fliesenlegen |
| LG | Sicherer Halt auf Leitersprossen durch einen ausgeprägten Absatz. Neu seit 2022. | Montage, Dach, Gerüst |
| C | Leitfähiger Schuh mit sehr niedrigem elektrischem Widerstand. | Spezialbereiche mit Explosionsgefahr |
| ESD | Kein Kürzel der EN ISO 20345, sondern eine Prüfung nach EN IEC 61340. ESD-Schuhe leiten Ladung in einem engeren Bereich ab (100 kΩ bis 100 MΩ). | Elektronikfertigung, ESD-Schutzzonen |
Mehr zum Thema ESD liest du in unserem Ratgeber ESD Sicherheitsschuhe: Bedeutung, Normen und Grenzwerte.
Etikett richtig lesen: ein Beispiel
Die Kennzeichnung steht auf dem Etikett im Schuh, meist an der Zunge oder im Schaft, und zusätzlich auf dem Karton. Dort findest du Hersteller, Größe, Herstellungsdatum, die Norm mit Ausgabejahr, die Schutzklasse und alle Zusatzkürzel.
So liest du die Kennzeichnung aus dem Bild:
- EN ISO 20345:2022: Der Schuh ist nach der aktuellen Ausgabe der Norm geprüft.
- S7S: Klasse S7, also Zehenschutzkappe, geschlossene Ferse, antistatisch, gedämpft, Profilsohle und als ganzer Schuh wasserdicht. Das zweite S steht für einen metallfreien Durchtrittschutz, der mit dem 3-mm-Nagel geprüft ist.
- FO: Die Laufsohle ist beständig gegen Kraftstoff und Öl.
- AN: Der Schuh hat einen Knöchelschutz.
- HI: Der Sohlenaufbau isoliert gegen Wärme.
- CR: Das Obermaterial ist schnittfest.
- HRO: Die Laufsohle hält Kontaktwärme bis 300 °C aus.
- SC: Die Überkappe ist abriebfest.
- LG: Der Absatz gibt Halt auf Leitersprossen.
- SR: Die Rutschhemmung ist zusätzlich auf Fliese mit Glycerin geprüft.
- ESD: Der Schuh ist für ESD-Schutzzonen geeignet.
Welche Schutzklasse brauche ich?
Drei Fragen führen dich zur passenden Klasse:
- Arbeitest du trocken oder nass? In trockenen Innenbereichen reicht S1 oder S1P. Bei Feuchtigkeit und im Freien brauchst du S2 oder S3. Stehst du regelmäßig im Nassen, sind S6, S7 oder Stiefel der Klassen S4 und S5 richtig.
- Können spitze Gegenstände am Boden liegen? Bei Nägeln, Spänen oder Scherben brauchst du einen Durchtrittschutz, also S1P, S3, S5 oder S7. Auf Baustellen mit dünnen Nägeln nimmst du eine Variante mit S am Ende, zum Beispiel S3S.
- Gibt es besondere Gefahren? Dann achtest du zusätzlich auf Kürzel wie ESD für Elektronik, HRO für heiße Böden, CI für Kälte oder SR für ölige Böden.
Orientierung nach Arbeitsbereich. Verbindlich ist immer die Gefährdungsbeurteilung für deinen Arbeitsplatz.
↔ Tabelle seitlich wischen
| Arbeitsbereich | Übliche Schutzklasse | Darauf zusätzlich achten |
|---|---|---|
| Lager, Logistik, Produktion | S1, S1P oder S1PS | Geringes Gewicht, gute Dämpfung, bei Elektronik ESD |
| Handwerk, Innenausbau | S1PS oder S3S | SC bei Arbeiten im Knien |
| Hoch- und Tiefbau | S3S oder S7S | Knöchelhoher Schaft, im Winter CI |
| Landwirtschaft, Garten- und Landschaftsbau | S3, S7 oder S5-Stiefel | Wasserdichtheit, grobes Profil |
| Lebensmittelverarbeitung | S2 oder S4 | SR für nasse und fettige Böden, leicht zu reinigen |
| Mechanik, Kfz-Werkstatt | S1P bis S3 | FO und SR |
| Elektrik, Installation | S1PS bis S3S | Metallfreie Ausführung, bei Elektronik ESD |
| Schwerindustrie, Metallbau | S3 | HRO und Mittelfußschutz M |
| Forst und Wald | Schnittschutzstiefel nach EN ISO 17249 | Schnittschutzklasse passend zur Kettensäge |
Weitere Bereiche findest du unter Sicherheitsschuhe nach Berufsgruppen. Für die richtige Größe hilft dir unsere Größentabelle für Sicherheitsschuhe.
Wer entscheidet über die Schutzklasse, und wer zahlt?
Die Norm beschreibt, was ein Schuh können muss. Welche Schuhe an deinem Arbeitsplatz nötig sind, regelt das Arbeitsschutzrecht. In Österreich und in Deutschland gilt dasselbe Prinzip: Der Arbeitgeber ermittelt die Gefahren, stellt passende Schuhe bereit und trägt die Kosten.
Österreich
- Der Arbeitgeber ermittelt die Gefahren in der Arbeitsplatzevaluierung (§ 4 ASchG).
- Lässt sich eine Gefahr für die Füße nicht anders vermeiden, stellt er geeigneten Fußschutz auf seine Kosten zur Verfügung (§ 69 Abs. 2 ASchG, § 8 PSA-V).
- Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind verpflichtet, die Schuhe zu tragen (§ 69 Abs. 3 ASchG).
Deutschland
- Der Arbeitgeber ermittelt die Gefahren in der Gefährdungsbeurteilung (§ 5 ArbSchG).
- Er stellt die Schuhe bereit und darf die Kosten nicht auf die Beschäftigten abwälzen (§ 3 Abs. 3 ArbSchG, § 2 PSA-BV).
- Beschäftigte müssen die Schuhe bestimmungsgemäß benutzen (§ 15 ArbSchG). Hinweise zur Auswahl gibt die DGUV Regel 112-191.
Dieser Abschnitt ist eine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Du kaufst für mehrere Mitarbeiter ein? Hier findest du unser Angebot für Unternehmen und Firmenkunden.
Häufige Fragen zur Norm für Sicherheitsschuhe
Welche Norm gilt für Sicherheitsschuhe?
Für Sicherheitsschuhe gilt die EN ISO 20345, aktuell in der Ausgabe 2022. In Österreich heißt sie ÖNORM EN ISO 20345, in Deutschland DIN EN ISO 20345. Sie verlangt eine Zehenschutzkappe für 200 Joule und teilt Schuhe in die Klassen SB und S1 bis S7 ein.
Was ist der Unterschied zwischen S1, S2 und S3?
S1 hat eine Zehenschutzkappe, eine geschlossene Ferse, eine antistatische Sohle und eine Dämpfung im Fersenbereich. S2 hat zusätzlich ein wasserabweisendes Obermaterial. S3 hat zusätzlich zu S2 einen Durchtrittschutz und eine profilierte Laufsohle.
Was ist der Unterschied zwischen S3 und S7?
S7 erfüllt alle Anforderungen von S3 und ist zusätzlich als ganzer Schuh auf Wasserdichtheit geprüft, meist dank einer Membran. Bei S3 muss nur das Obermaterial wasserabweisend sein. Bis 2022 hieß dieselbe Ausstattung S3 WR.
Was bedeuten S1P, S1PL und S1PS?
Alle drei sind S1-Schuhe mit Durchtrittschutz. S1P hat nach der Ausgabe 2022 eine Metalleinlage, S1PL und S1PS haben eine metallfreie Einlage. PS ist zusätzlich mit einem dünneren 3-mm-Nagel geprüft. Bei Schuhen nach der Ausgabe 2011 kann hinter S1P auch eine Textileinlage stecken.
Darf ich Sicherheitsschuhe nach EN ISO 20345:2011 noch tragen?
Ja. Schuhe nach der Ausgabe 2011 darfst du weiter tragen, solange sie unbeschädigt sind und zu den Gefahren an deinem Arbeitsplatz passen. Auch der Verkauf bleibt erlaubt, bis das jeweilige Zertifikat abläuft. Das ist spätestens fünf Jahre nach der Ausstellung der Fall.
Was ist aus SRA, SRB und SRC geworden?
Diese Kürzel gibt es in der Ausgabe 2022 nicht mehr. Die frühere SRA-Prüfung auf Keramikfliese mit Seifenlösung ist jetzt Grundanforderung für jeden Sicherheitsschuh. Besteht ein Schuh zusätzlich die Prüfung auf Fliese mit Glycerin, trägt er das Kürzel SR. Auf Schuhen nach der Ausgabe 2011 findest du weiterhin SRA, SRB oder SRC.
Ist ESD eine eigene Schutzklasse?
Nein. ESD ist eine Zusatzeigenschaft nach EN IEC 61340 und lässt sich mit jeder Schutzklasse kombinieren, zum Beispiel als S1PS ESD oder S3 ESD. Jeder ESD-Schuh ist auch antistatisch, aber nicht jeder antistatische Schuh ist für ESD-Schutzzonen geeignet. Passende Modelle findest du bei den ESD-Sicherheitsschuhen.
Wer bezahlt Sicherheitsschuhe: Arbeitgeber oder Arbeitnehmer?
Der Arbeitgeber, wenn die Gefährdungsbeurteilung Fußschutz verlangt. In Österreich regelt das § 69 ASchG, in Deutschland § 3 ArbSchG. Kaufst du Sicherheitsschuhe freiwillig oder für private Arbeiten, trägst du die Kosten selbst.
Darf ich eigene Einlagen in Sicherheitsschuhen tragen?
Nur, wenn die Einlage zusammen mit dem Schuhmodell geprüft und zugelassen ist. Eine fremde Einlage kann die antistatische Wirkung und den Platz unter der Zehenschutzkappe verändern. Der Schuh verliert dann seine Zertifizierung. Für orthopädische Anpassungen gelten in Österreich die ÖNORM Z 1259 und in Deutschland die DGUV Regel 112-191. Geeignete Modelle findest du unter Sicherheitsschuhe für orthopädische Einlagen.
Wann muss ich Sicherheitsschuhe austauschen?
Sobald der Schutz nicht mehr sicher gegeben ist: nach einem schweren Schlag auf die Zehenschutzkappe, wenn ein Gegenstand die Sohle durchstochen hat, wenn das Profil abgelaufen ist oder wenn Obermaterial und Nähte beschädigt sind. Beachte außerdem die Angaben des Herstellers in der Gebrauchsanleitung.
Sicherheitsschuhe nach Schutzklasse
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Quellen
- EN ISO 20345:2022, Persönliche Schutzausrüstung – Sicherheitsschuhe
- DGUV, Fachbereich Persönliche Schutzausrüstungen: Fachbeitrag zu den Änderungen der EN ISO 20345:2022 (PDF)
- ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG), Rechtsinformationssystem des Bundes
- Verordnung Persönliche Schutzausrüstung (PSA-V), Rechtsinformationssystem des Bundes
- Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), Gesetze im Internet
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